Mauerweglauf 2026 – wir gedenken Wernhard Mispelhorn

Wernhard Mispelhorn, Foto: privat/Stiftung Berliner Mauer

(Text von Peter Ninas)

Wernhard Mispelhorn, gestorben am 20.August 1964 an den Folgen von Schussverletzungen, steht als tragisches Symbol für die Unmenschlichkeit des DDR-Grenzregimes. Er war eines von mindestens 140 Opfern, die zwischen 1961 und 1989 an der Berliner Mauer ihr Leben verloren. Sein Tod im August 1964 verdeutlicht die Brutalität, mit der Fluchtversuche an der Berliner Mauer unterbunden wurden, und mahnt uns bis heute.

Die Tat vom 18. August 1964
Wernhard Mispelhorn, ein 18-jähriger gelernter Schlosser, unternahm in der Nacht zum 18. August 1964 gemeinsam mit zwei Freunden den Versuch, die Sektorengrenze zwischen Berlin-Pankow (Ost) und Berlin-Reinickendorf (West), in der Dunkelheit zu erkunden. Ihr Ziel war die Kleingartenkolonie „Schönholz“, die unmittelbar an der Sektorengrenze lag.

Die Gruppe wurde von Grenzsoldaten entdeckt, als Wernhard Mispelhorn plötzlich in Richtung Westen losrannte. Während seine Begleiter im Schutz der Dunkelheit und des Geländes entkommen konnten, geriet Mispelhorn unter Beschuss. Die Grenzsoldaten eröffneten das Feuer, als er sich bereits im Bereich der letzten Grenzhindernisse befand. Von mehreren Kugeln schwer getroffen, brach er zusammen. Der Schwerverletzte wurde von den DDR-Sicherheitsorganen abtransportiert und unter strenger Bewachung in das Krankenhaus der Volkspolizei gebracht.

Ein kurzes Leben, ein früher Tod
Zwei Tage lang kämpften die Ärzte um sein Leben, doch die inneren Verletzungen waren zu schwerwiegend. Am 20. August 1964 verstarb Wernhard Mispelhorn im Alter von nur 18 Jahren. Sein Tod wurde von den DDR-Behörden weitgehend verschwiegen; die offizielle Berichterstattung versuchte wie so oft, die Opfer zu kriminalisieren oder den Vorfall totzuschweigen.

Gedenken und Vermächtnis
Heute erinnert ein Gedenkkreuz an der Klemkestraße in Reinickendorf an sein Schicksal und an das anderer Maueropfer. Es ist Teil des Ensembles der Berliner Maueropfer-Gedenkstätten.

Beim diesjährigen Mauerweglauf wollen wir dort an Wernhard Mispelhorn erinnern.  Teamleiter Peter Ninas sucht noch einige Helfer*innen, die mit ihm gemeinsam am Samstagvormittag diesen Gedenkort betreuen und den Läufer*innen die Möglichkeit geben, ihre persönlichen Gedanken dort zu hinterlassen. Meldet euch gerne dafür im Registrierungsformular an (unter „Opfergedenken“ am Samstag) oder schreibt an volunteers@100meilen.de

 

 


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